
Selbst sehr geringe hyperbare Drücke bringen Vorteile.
Viele Jahre lang galten hyperbare Drücke von nur 1,3 ATA als therapeutisch wertlos. Teilweise wurden sie in der hyperbaren Forschung sogar als Placebo eingesetzt. In den letzten zwei Jahrzehnten hat eine stetige Zunahme von Daten und Forschungsergebnissen jedoch bestätigt, dass niedrigere Drücke tatsächlich große physiologische Vorteile bieten können.
1,0 ATA (der atmosphärische Druck auf Meereshöhe) gilt heute als Schwellendruck für die hyperbare Sauerstofftherapie. Alles darunter führt zu einem erhöhten Sauerstoffgehalt im Körper. Je höher der Druck, desto mehr Sauerstoff im System. Es ist, als würde man mit jedem Atemzug eine Art „Sauerstoffergänzung“ zu sich nehmen.
Unser wissenschaftliches Verständnis der milden hyperbaren Sauerstofftherapie (mHBO) hat sich seit ihrer fälschlichen Annahme, sie sei nur ein Placebo, deutlich weiterentwickelt. Dr. Paul Harch, Leiter der Abteilung für Hyperbarmedizin am Universitätsklinikum New Orleans, widerlegte diese Fehlvorstellungen im „Journal of Neurotrauma“.
Unter Berufung auf diverse wissenschaftliche Dokumente konnte Dr. Harch die physiologischen Vorteile von Drücken ab 1,04 ATA eindeutig belegen.
Den vollständigen Artikel finden Sie hier:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3837504/
Bei der hyperbaren Sauerstofftherapie (HBO) kann weniger oft viel bewirken. Niedrige Drücke erzielen nicht nur sehr starke Effekte, sondern eine wegweisende Studie aus dem Jahr 2013, veröffentlicht in einer renommierten Fachzeitschrift für hyperbare Medizin, zeigte sogar noch stärkere Vorteile als bei höheren Drücken.
Forscher untersuchten 92 Entzündungsgene bei 2,4 ATA und 1,5 ATA. Die Ergebnisse waren verblüffend:
„Interessanterweise beeinflusste Sauerstoff bei 1,5 ATA viele Gene deutlich stärker als Sauerstoff bei 2,4 ATA. Die Gründe für diesen Effekt sind unbekannt, werfen aber Fragen hinsichtlich der optimalen Behandlungsdrücke bei entzündlichen Erkrankungen auf.“
Nur drei Monate später bestätigte eine weitere wegweisende, von Fachkollegen begutachtete Studie in der Fachzeitschrift „Undersea and Hyperbaric Medicine“ den Nutzen von Niederdruckprotokollen.
Forscher begleiteten ein intensives, achtmonatiges Trainingsprogramm für Kinder mit Zerebralparese und wandten Protokolle mit 1,3 ATA (Raumluft), 1,5 ATA (reiner Sauerstoff) und 1,75 ATA (reiner Sauerstoff) an.
Die Ergebnisse waren verblüffend. Nicht nur führten alle drei Druckstufen zu signifikanten Verbesserungen, sondern es zeigten sich auch keine Unterschiede in den Ergebnissen. Besonders überraschend war die Signifikanz, da beim niedrigsten Druckprotokoll nicht einmal ein Sauerstoffkonzentrator, sondern lediglich Raumluft verwendet wurde. Diese Studie bestätigte, was Anwender der milden hyperbaren Sauerstofftherapie (mHBOT) seit Jahrzehnten wussten: Niederdruckprotokolle können zu signifikanten physiologischen Vorteilen führen.